Abgesehen davon dass ich noch nicht einmal richtig eingezogen bin, läuft das Studium ja schon seit 3 Wochen auf Hochtouren. Und wenn ich Hochtouren sag, dann mein ich das auch.. schon im Sprachkurs wurde klar, dass die Holländer auf's Tempo Wert legen, so haben wir innerhalb von 4 Wochen zwei Bücher mit ca. 350 Seiten jeweils durchgenommen. Ja und wenn euch das viel vorkommt, lasst euch gesagt sein, DAS kann man überbieten, indem man hier studiert. Ich will ja nicht rumheulen, aber die ersten beiden Wochen war ich nicht so wirklich glücklich und hatte das Gefühl kein Leben mehr zu haben. Ich bin zur Uni und hab nach der Uni entweder mich mit meinem einen Fach, "Inleiding Internationale Ontwikkelingsstudies" beschäftigt, was für mich lesen, lesen und nochmal lesen bedeutet oder mich mit Wiskunde (Mathe) abgequält. Das ist sowieso so 'n Ding. Wer mich kennt, weiß, dass Mathe und ich keine Freunde sind und dass es besser ist, wenn wir uns aus dem Weg gehen. Und ganz unvorbereitet und ahnungslos komm ich hier her und hab erstmal hauptsächlich Mathe... 3 werkcolleges, 1 practicum (Mathe mit einem "tollen" Computerprogramm namens "Derive"- im Gegensatz zu mir, kann Derive immer alles :/ ) und dann noch 2mal in der Woche opfriscursus (Nachhilfe, für Feinde wie mich).. da war ich bedient.. Während mein anderes Fach aus noch mehr Selbststudium besteht, wie gesagt lesen und ein Seminar und eine Vorlesung pro Woche.. Nun ja, nach dem ersten Schock hab ich mich nun langsam aber sicher wieder an Rechnen gewöhnt und es ist ja auch nicht für ewig. Es gibt auch Perioden, in denen ich kein Mathe hab.
Für alle, die sich wundern, warum ich das Wort Perioden benutze: Hier in Holland ist ja bekanntlich nun mal alles anders und so teilen sie das Studienjahr nicht in Semestern, sondern in Perioden ein. Genau genommen in 5 Perioden, eine Periode geht immer 8 Wochen, von den hat man 6 Uni, die 7. ist Lernwoche und die 8. ist dann Prüfungswoche. So viel dazu :)
Ja und nochmal zum Lesen.. ich muss sagen, dass es mich schon sehr interessiert, was wir so behandeln-also allgemeine Einleitung von Human Geographie- das Problem liegt nur darin, dass ich nicht alles verstehe.. weder im Unterricht das Niederländisch, noch komplett das Buch auf Englisch. Wobei das Buch wesentlich besser ist :) aber diese ganzen Fachvokabeln und sowieso teilweise diese Wirtschaftstexte, die sind ja schon in Deutsch nicht mit einmal beim Überfliegen sofort verstanden. Aber das muss eben sein, da man jede Woche 3-5 Kapitel lesen und darüber dann bis spätestens Donnerstag 13 Uhr eine opdracht (Bericht/Aufsatz) abgeben muss. Das bedeutet ganz schön viel Stress und Eile beim Lesen. Wobei das bei uns Studenten dann einfach darauf hinausläuft, dass wir nicht alles lesen ;) mittlerweile bin ich richtig gut darin, über etwas zu schreiben ohne genau zu wissen, was genau alles drin steht. Schwer zu glauben, klappt aber. ;) Aber ich bin wie gesagt nicht ganz so froh mit der Situation, weil mich das Ganze ja wirklich interessiert und ich es schade finde, wenn ich nicht alles weiß oder verstehe aus dem Buch. Ich denk' dann immer, das mir das dann später fehlen wird, das Wissen eben. Naja und in Stress und Gedanken machen, bin ich ja bekanntlich ganz gut.. so liefen dann die ersten beiden Wochen: mein Mac und mein Bett waren mein Leben und soziale Kontakte wurden nur spärlich und über Skype gepflegt.. und dann kam London am letzten Wochenende. Dieser Kurztrip von Samstagabend bis Montagmorgen und der Abstand zum Lernen hat mir richtig gut getan. Für ganze 12 € (Hin- und Rückflug-ryanair machts möglich ;)) haben Sina, Vero und ich London entdeckt. Wir haben so ziemlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die diese Großstadt zu bieten hat, erkundet vom Big Ben bis London Bridge und vieles mehr :) und das Feiern am Sonntagabend kam auch nicht zu kurz-natürlich ;) Ich muss sagen, Londoner gehen ganz schön ran, aber zum Glück haben wir gleich Deutsche kennen gelernt, die uns "beschützt" haben, selbst wenn wir es mal nicht wollten ;) Alles in allem, muss ich sagen, dass mir Lodon schon sehr gefällt, aber sehr videoüberwacht ist, was für mich persönlich ein Grund wäre, da nicht zu leben. Zuhause in Wageningen angekommen, wurde ich dann natürlich prompt wieder krank, kann ja auch nicht anders sein, und so habe ich diese Woche dann mal auf ganz ruhig gemacht und versucht, das Studium mal ein wenig anders zu betrachten. So ganz nach dem Motto, ich nehme alles Wissen mit, was ich kriege. Ich möchte die nächsten 3 Jahre nicht auf ein Leben außerhalb der Uni verzichten und mir ständig Stress machen. Mal schauen, wie ich diesen Vorsatz umsetze :) dieses Wochenende mach ich nun auch bei einem Intro-weekend mit von einer christlichen Vereinigung.. Ich habe darüber schon lange nachgedacht, da hier in Holland ja alle so abgehen auf diese ganzen Studentenvereinigungen, aber wir Deutschen sind da alle sehr skeptisch, zum einen können wir auch so Freunde haben, dann auch außerhalb der Vereinigungen und außerdem was die da für Einführungswochenenden hatten.. Da wurden die neuen mit Müll beworfen, beschimpft, geschlagen und was weiß ich.. Man muss halt eine immer härtere Prüfung durchlaufen, um Mitglied werden zu können.. nach anfänglicher Euphorie über diese Spaß-Vereinigungen habe ich danach dann auch beschlossen, das zu lassen..aber so ne christliche Vereinigung wäre vielleicht gar nicht so schlecht, weil 'ne Gemeinde oder so hab ich hier natürlich noch gar nicht.. naja mal schauen, wie das wird..
Also macht's gut und bis bald, eure Jenny

Lebst jetzt auch immer noch?!
AntwortenLöschen: )
Grüße aus der Heimat! Kathrin