Freitag, 25. September 2009

Ja, ich lebe noch..

Und wieder einmal tut es mir so leid, dass ich mich hier so selten "blicken lasse" auf meiner Seite. Und ich hoffe auch, dass ich nicht jeden Post von jetzt ab so beginnen muss :) aber es ist hier wirklich stressig..
Abgesehen davon dass ich noch nicht einmal richtig eingezogen bin, läuft das Studium ja schon seit 3 Wochen auf Hochtouren. Und wenn ich Hochtouren sag, dann mein ich das auch.. schon im Sprachkurs wurde klar, dass die Holländer auf's Tempo Wert legen, so haben wir innerhalb von 4 Wochen zwei Bücher mit ca. 350 Seiten jeweils durchgenommen. Ja und wenn euch das viel vorkommt, lasst euch gesagt sein, DAS kann man überbieten, indem man hier studiert. Ich will ja nicht rumheulen, aber die ersten beiden Wochen war ich nicht so wirklich glücklich und hatte das Gefühl kein Leben mehr zu haben. Ich bin zur Uni und hab nach der Uni entweder mich mit meinem einen Fach, "Inleiding Internationale Ontwikkelingsstudies" beschäftigt, was für mich lesen, lesen und nochmal lesen bedeutet oder mich mit Wiskunde (Mathe) abgequält. Das ist sowieso so 'n Ding. Wer mich kennt, weiß, dass Mathe und ich keine Freunde sind und dass es besser ist, wenn wir uns aus dem Weg gehen. Und ganz unvorbereitet und ahnungslos komm ich hier her und hab erstmal hauptsächlich Mathe... 3 werkcolleges, 1 practicum (Mathe mit einem "tollen" Computerprogramm namens "Derive"- im Gegensatz zu mir, kann Derive immer alles :/ )  und dann noch 2mal in der Woche opfriscursus (Nachhilfe, für Feinde wie mich).. da war ich bedient.. Während mein anderes Fach aus noch mehr Selbststudium besteht, wie gesagt lesen und ein Seminar und eine Vorlesung pro Woche.. Nun ja, nach dem ersten Schock hab ich mich nun langsam aber sicher wieder an Rechnen gewöhnt und es ist ja auch nicht für ewig. Es gibt auch Perioden, in denen ich kein Mathe hab.
Für alle, die sich wundern, warum ich das Wort Perioden benutze: Hier in Holland ist ja bekanntlich nun mal alles anders und so teilen sie das Studienjahr nicht in Semestern, sondern in Perioden ein. Genau genommen in 5 Perioden, eine Periode geht immer 8 Wochen, von den hat man 6 Uni, die 7. ist Lernwoche und die 8. ist dann Prüfungswoche. So viel dazu :)
Ja und nochmal zum Lesen.. ich muss sagen, dass es mich schon sehr interessiert, was wir so behandeln-also allgemeine Einleitung von Human Geographie- das Problem liegt nur darin, dass ich nicht alles verstehe.. weder im Unterricht das Niederländisch, noch komplett das Buch auf Englisch. Wobei das Buch wesentlich besser ist :) aber diese ganzen Fachvokabeln und sowieso teilweise diese Wirtschaftstexte, die sind ja schon in Deutsch nicht mit einmal beim Überfliegen sofort verstanden. Aber das muss eben sein, da man jede Woche 3-5 Kapitel lesen und darüber dann bis spätestens Donnerstag 13 Uhr eine opdracht (Bericht/Aufsatz) abgeben muss. Das bedeutet ganz schön viel Stress und Eile beim Lesen. Wobei das bei uns Studenten dann einfach darauf hinausläuft, dass wir nicht alles lesen ;) mittlerweile bin ich richtig gut darin, über etwas zu schreiben ohne genau zu wissen, was genau alles drin steht. Schwer zu glauben, klappt aber. ;) Aber ich bin wie gesagt nicht ganz so froh mit der Situation, weil mich das Ganze ja wirklich interessiert und ich es schade finde, wenn ich nicht alles weiß oder verstehe aus dem Buch. Ich denk' dann immer, das mir das dann später fehlen wird, das Wissen eben. Naja und in Stress und Gedanken machen, bin ich ja bekanntlich ganz gut.. so liefen dann die ersten beiden Wochen: mein Mac und mein Bett waren mein Leben und soziale Kontakte wurden nur spärlich und über Skype gepflegt.. und dann kam London am letzten Wochenende. Dieser Kurztrip von Samstagabend bis Montagmorgen und der Abstand zum Lernen hat mir richtig gut getan. Für ganze 12 € (Hin- und Rückflug-ryanair machts möglich ;)) haben Sina, Vero und ich London entdeckt. Wir haben so ziemlich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die diese Großstadt zu bieten hat, erkundet vom Big Ben bis London Bridge und vieles mehr :) und das Feiern am Sonntagabend kam auch nicht zu kurz-natürlich ;) Ich muss sagen, Londoner gehen ganz schön ran, aber zum Glück haben wir gleich Deutsche kennen gelernt, die uns "beschützt" haben, selbst wenn wir es mal nicht wollten ;) Alles in allem, muss ich sagen, dass mir Lodon schon sehr gefällt, aber sehr videoüberwacht ist, was für mich persönlich ein Grund wäre, da nicht zu leben. Zuhause in Wageningen angekommen, wurde ich dann natürlich prompt wieder krank, kann ja auch nicht anders sein, und so habe ich diese Woche dann mal auf ganz ruhig gemacht und versucht, das Studium mal ein wenig anders zu betrachten. So ganz nach dem Motto, ich nehme alles Wissen mit, was ich kriege. Ich möchte die nächsten 3 Jahre nicht auf ein Leben außerhalb der Uni verzichten und mir ständig Stress machen. Mal schauen, wie ich diesen Vorsatz umsetze :) dieses Wochenende mach ich nun auch bei einem Intro-weekend mit von einer christlichen Vereinigung.. Ich habe darüber schon lange nachgedacht, da hier in Holland ja alle so abgehen auf diese ganzen Studentenvereinigungen, aber wir Deutschen sind da alle sehr skeptisch, zum einen können wir auch so Freunde haben, dann auch außerhalb der Vereinigungen und außerdem was die da für Einführungswochenenden hatten.. Da wurden die neuen mit Müll beworfen, beschimpft, geschlagen und was weiß ich.. Man muss halt eine immer härtere Prüfung durchlaufen, um Mitglied werden zu können.. nach anfänglicher Euphorie über diese Spaß-Vereinigungen habe ich danach dann auch beschlossen, das zu lassen..aber so ne christliche Vereinigung wäre vielleicht gar nicht so schlecht, weil 'ne Gemeinde oder so hab ich hier natürlich noch gar nicht.. naja mal schauen, wie das wird.. 
Also macht's gut und bis bald, eure Jenny 

Freitag, 28. August 2009

Algeme Introductiedagen

Hey meine Lieben,


Es tut mir so leid, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen..aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass die letzten Wochen super anstrengend waren- aber dennoch echt schön. Also werd ich nun versuchen euch in der kürzesten Fassung daran teilnehmen zu lassen. 

Nachdem ich den Sprachkurs bzw. alle 4 Prüfungen ja bestanden hatte, bin ich direkt am Mittwochabend wieder gen Heimat gefahren und war dann sogar schon um 2:30 in meinem Bettchen. Darauf folgte dann eine wirklich schöne Zeit in Berlin, in der ich neben einigen (besser gesagt vielen) Erledigungen wie diverse, nervige Arzttermine auch viel Zeit mit meinen Liebsten verbringen konnte. Aber gerade dadurch habe ich gemerkt, wie sehr mir das alles fehlt...diese gewohnte Umgebung, diese vertrauten Menschen, einfach alles... Es ist schon komisch alles aufzugeben, was vorher das Wichtigste war und ganz von vorne zu beginnen.. aber genug mit der Dramatik ;) es ist auch verdammt spannend..

Nach einer einigermaßen erholsamen Woche bin ich dann am folgenden Mittwochabend wegen der AID, „Algemene Introductiedagen“, wieder ins Käseland zurück gefahren.

Und ich sage euch, DAS, was mich da erwartet hat, die Einführungstage vom 21.08 bis 26.08., war das Beste überhaupt. Ich habe so etwas noch nie gesehen, geschweige mir vorstellen können, das zum einen eine Kleinstadt so rocken kann und zum anderen die gesamte Stadt mit eingebunden ist und sich alles nur noch um die Studenten dreht...

Es ist echt schwer, euch nur eine minimale Vorstellung zu geben von dem, was ich da erlebt habe, aber ich versuche es :)

Es beginnt damit, dass ca. 450 internationale Master- und Bachelor-Studenten in Gruppen eingeteilt werden, so dass in jeder Gruppe ungefähr 10-12 Leute sind. Jede Gruppe hat 2 Mamas oder Papas, das sind natürlich Studenten der Uni, die einen praktisch die ganze Zeit „an die Hand nehmen“. Mit der „neuen Familie“ ist man dann zu den verschiedensten Veranstaltungen und Events gegangen. 

Begonnen hat alles mit dem offiziellen „Opening“ in einem riesigen Zelt, in dem Studenten 69 verschiedener Nationalitäten gebannt dem spektakulärem Programm aus Tanz, Musik sowie Reden wichtiger Menschen wie die Bürgermeisterin :) zu schauten.

Ich kann es nicht erklären, aber ich hatte Gänsehaut... schon da hat man gemerkt, wie herzlich man empfangen wird und wie international aufregend das hier alles ist. Aber vor allem wurde deutlich, wie viel Mühe und Arbeit sich die Niederländer für solche Einführungswoche machen.. Ich denke, es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland.

Jeder Tag war ununterbrochen mit einem super Programm ausgefüllt. Und alles war immer von einer dermaßen Größe, und trotzdem bis aufs letzte Detail organisiert. Die ersten Arbeiten beginnen ja auch immer schon ein Jahr davor. So waren zum Beispiel am ersten Tag, beim „Meet&Greet“ lauter „Spiele“ im ganzem Zentrum der Stadt verteilt. Wir gingen zum Beispiel auch ins Kabarett, haben mit ca. 500 Menschen einen Film auf einer Riesen-Leinwand mitten auf dem Marktplatz in der Stadt geguckt, es gab einen Sporttag, an dem etliche witzige Sportangebote angeboten wurden und sich gleichzeitig die Sportvereinigungen vorstellten. Es gab einen „Studiedag“, bei dem alle Stundeten schon mal etwas in ihren Studiengang und die Gebäude eingeführt wurden. An einem anderen Abend war die ganze Stadt ein reines Straßenfest nur für die AID und wir durften zum Beispiel auch eine Hypnose-Show besuchen. Und was glaubt ihr wie lustig ein Niederländisches Trink-Karaoke-Spiel mit 200 Menschen in einem Riesenzelt ist? Wer da einen Fehler macht, wird nass gespritzt- das war ne feucht fröhliche Party, sag ich euch...

Ein weiterer Bestandteil eines jeden Tages war die Vorstellungen der Studentenvereinigungen. So rotierten auch hier immer die Gruppen um die wichtigsten bzw. größten Studentenvereinigungen kennen zu lernen. Nach der jeweiligen Präsentation gab es dann auch immer bei der jeweiligen Studentenvereinigung Abendbrot..

Neben dem Tages- und Abendprogramm gab es natürlich auch immer ein Nachtprogramm. So fanden jede Nacht die verschiedensten Partys wie zum Beispiel die Hammer-Schaumparty bei Ceres in den unterschiedlichen Studentenvereinigungen statt.

Die Studentenvereinigungen in den Niederlanden sind sowieso nicht mit den deutschen zu vergleichen. Sie konkurrieren eher so wie in Amerika :) 

Ihr könnt euch das nicht vorstellen, aber die müssen dermaßen viel Geld und Zeit für das Ganze investieren. Neben den perfekten Präsentationen, gestalten sie ihr ganzes Vereinshaus passend zu den Farben ihres Logos für den aktuellen Jahrgang. Sie gestalten Flyer, diversen Kleinkram wie Feuerzeuge, Kugelschreiber, Buttons, Schlüsselanhänger, Flaschenöffner, Sticker und vieles mehr und riesengroße Banner, die mitten in der Stadt hängen und machen somit Werbung für sich, dass man sich doch „inschrijven“ soll. Kaum zu glauben...

Alles in allem, war es einer der bisher spannendsten Wochen in meinem Leben.. Ich habe so viele neue Leute kennen gelernt, Eindrücke und verschiedene Erfahrungen gesammelt.

Ich hab dermaßen viel erlebt, Holländisch gelernt und Deutsch verlernt und eine absolut tolle „Familie“ gehabt- vielleicht lag das daran, dass sie alle Niederländer waren außer ich :) und ich denke, ich werde diese Woche nie vergessen...


Tot ziens in Berlijn, jullie Jenny

Sonntag, 9. August 2009

Ik hou van Nerderland

Ich sag euch, die letzte Woche war einfach nur schön.. Ich liebe Holland mehr und mehr :) und ich fühl mich schon jetzt so, als wäre es meine Heimat.. doch leider hängt das nicht nur von mir ab, sondern von den Prüfungen Morgen und Übermorgen.. Schon krass, sie werden über die nächsten 3 oder 5 Jahre meines Lebens entscheiden..
Aber nun erstmal zu der letzten Woche meines Lebens ;) Das Wetter letzte Woche war ja auch zur Abwechslung mal bei uns hier schön, und so sind wir am Donnerstag nach der Uni direkt an den Rhein gefahren.. Da Jenny aber schon einen Sonnenbrand hatte, das kommt daher das Marco den Unterricht unbedingt am Vortag draußen machen musste, konnte sie sich natürlich nur mit einem T-Shirt an den Rhein legen. Irgendwie hatten die Jungs nicht so viel Mitleid mit mir und meinem Tomaten-Rücken und natürlich war ich komplett im Wasser :) und weil der schmerzende Sonnenbrand mir ,Masochist, nicht ausgereicht hat, habe ich dann noch einen Fahrradunfall gehabt.. wobei das alles Veronikas Schuld war ;) nein, im Ernst wir können Fahrrad fahren, aber wir haben eben gesungen und dann haben sich unsere Lenker verhakelt. Wir haben es noch im gleichen Augenblick gesehen, aber wir konnten nichts mehr tun, sie waren stärker als wir.. Naja und so landeten mein Fahrrad, Veros Fahrrad und sie selbst auf mir.. da war ich erst mal geflasht.
Ich hatte noch nie so den Boden im Gesicht :) nein unübertrieben, es sind überall an meinem Körper Hämatome zu finden. Ich konnte mich kaum mehr bewegen. Vor allem meine Knie haben mir Sorgen gemacht, weil die echt dick wurden.. aber so ist das eben. Chico meinte nur: "Jetzt bist du eine echte Holländerin." ..Juhu..
Der Freitagabend war wieder etwas exzessiv :) erst haben wir bei Antonia gekocht-gefüllte Parika...Lekker, lekker! zeg ik alleen.. Da sie ja privat mit Holländern eben auch zusammen wohnt, waren zwei auch dabei und so haben wir den ganzen Abend holländisch gesprochen. Das ging echt auf den Kopf.. wenn man sogar die Trinkspiele auf Holländisch spielt :) aber es war sehr gut für uns zum Üben. Wenn Holländer nämlich anfangen zu reden, dann versteht man nix mehr.. als ob da einer weder Deutsch noch Englisch kann, aber die Sprache is echt schon putzig, das muss man ihr lassen.. Ja und spät am Abend sind wir natürlich wieder im International Club gelandet.. und nach einem Abend abschließenden Kakao bei Chico, unser'm Spanier, (das wird hier langsam schon Tradition mit dem Kakao oder Tee) bin ich dann wieder um halb 5 nach Hause gekommen..
Gestern bin ich dann mit Anne und Vero auf den Markt gegangen. Ja, man geht hier auf den Markt und kauft das (billige) Gemüse und Obst etc. :) wie in einem Dorf.. da wir aber schon etwas später gekommen sind, gab es Stände, die ihr Zeug unbedingt weggehen sehen wollten und so habe ich dann für einen Euro 11 Paletten Stracciatella-Joghurt nehmen müssen, er wollte mir noch 4 weitere drauf tun..ach diese Niederländer, lustiges Völkchen..naja da diese 66 Joghurts heute ablaufen, gibt es jetzt für alle die nächsten Tage ausschließlich das gute Almhof-Stracciatella-Joghurt :) Gestern hab ich dann mit Anne und Max 'n ruhigen Abend gemacht und wir haben uns Cap und Capper auf niederländisch angeguckt..boa Anne und ich haben uns dermaßen ausgeheult..schlimm...diese Disneyfilme.. aber im Niederländischen heissen sie übrigens Frey en Franky :)

Was ist diese Woche noch passiert?
Lulu wurde 21 :) und so haben wir ihm Brownies ( was auch sonst?!:) ) gebacken und ihm natürlich auch dabei geholfen, diese aufzuessen.. Dann habe ich das erste Mal richtig hier gekocht, für Ludwig und mich... also er hat alles aufgegessen, nun weiß ich nich, ob das an meinem Essen lag oder doch eher an seinem Hunger.. 
Außerdem habe ich einen coolen Londontrip gebucht- bei ryan air.. und so fliegen der Safatt (das ist nun seiner neuer Spitzname, gefällt mir besser als Safak), die Sina, Vero, Lulu, Hennleuui (Ludwig und Henning, ja wir haben hier viele Spitzname oder besser gesagt ich :) ) und ich im September nach London..

Alles in allem war es aber auch eine Woche, in der jedem von uns bewusst wurde, wie ernst und gleichzeitig krass das hier alles ist und wie schnell es jetzt auch wieder vorbei sein kann.. aber ich glaube an unseren Kurs ;)

tot zo 


Sonntag, 2. August 2009

Endspurt...

Hey ihr Lieben,
nun bin ich schon ganze drei Wochen der lieben Heimat fern und habe somit nur noch eine Woche Crash-Sprachkurs vor mir..und so langsam bekomme auch ich auch ein wenig Angst vor den alles entscheidenden Prüfungen am 10. und 11. August.. wahrscheinlich ist diese Angst ganz unbegründet, da meine Zwischenprüfung ehrlich gesagt ganz gut verlief..richtige Noten gab es nich, liebe Jenne :), aber eine Beurteilung. Und die war echt positiv, der liebe Marco war besonders von meinem Text begeistert.. "Het is een echt goede tekst, Jenny." hat er jesacht :) Gesundheitlich ging's dann die Tage auch immer besser, war wohl doch keine Schweinegrippe, Isa ;)
Ansonsten hat unser Flur "alten" Zuwachs bekommen. Neben den beiden Asiaten, der schüchternen Engländerin, Lulu und mir, tummelt sich nun auch der alteingesessene Ian hier rum. Der ebenfalls gebürtige Engländer ist schon "etwas" älter (wie war das nochmal gleich mit diesen Dauerstudenten?!), aber eigentlich auch ganz nett. Vor allem hat er jetzt das Ziel, die WG wieder richtig auf Vordermann zu bringen und den Asiaten mal 'n bisschen Feuer unterm Hintern zu machen in puncto Sauberkeit..Es gab auch schon einen Putzaufruf seinerseits, geschrieben an der Wohnungstür. So machte ich mich an meine Aufgabe heute ran und schrubbte die dreckigste Küche, die ich je gesehen hab..Fragt sich, wie lange das jetzt so aussieht..Und dass aus diesem Korridor noch ein wohnliches Heim wird, bezweifle ich ja noch stark..ansonsten habe ich mir auch schon überlegt, innerhalb des Studentenwohnheimes in einen anderen Korridor zu ziehen..naja mal schauen, morgen is unser erstes "Corridor-meeting"...
Am Samstag,also gestern, wurde dann mal wieder was ganz schickes von unseren Buddy's organisiert: Rudern. Am Rhein. Ja, da dachte ich natürlich: Hey super, das kannste ja, bist ja seit der Paddeltour letztes Jahr 'n Profi darin...hmm..dem war nich so..
Zu viert saßen wir dann in so'nem schmalen Boot und sollten alle gleichzeitig rudern..haha..blöd nur wenn Nummer 4 und 2 gleichmäßig rudern sollen... 4 aber ein starker, großer, kräftiger Chico (Nikolas) ist und 2 eine kleine und schwache Jenny, die von dem Schwung immer hin und her gerissen wurde, weil sie dem Schlag nich so ganz folgen konnte.. Nach dem ich dann genug mit dem Ruder gekämpft und es beleidigt hatte, sind wir dann wieder zurück zum "harbour". So nannte der nette Holländer die kleine Anlegestelle am Rhein ;) aber wenigstens das Sonnen am Rhein hab ich gut hinbekommen ;)
Und dann etwas später völlig erwartet und doch so überraschend stand sie da, meine liebste abF, meine Britta..war mich besuchen und um mein kleines Reich zu sehen gekommen..Auch wenn es nur ein kurzer Besuch war, Britta und Carsten, ich hab mich sehr gefreut euch zu sehen..

Tot ziens, jullie Jenny 


Montag, 27. Juli 2009

Ik ben ziek ;(

Ja, es hat mich echt erwischt..Ich hab ne totale Grippe mit allem Drum und Dran..was natürlich grad gar nich in meine Planung passt, denn heute hatten wir unsere Zwischenprüfung. Erst ein mündlicher Teil und dann 40 min. "Lezen en Schrijven"..Naja, die Prüfung lief den Umständen entsprechend, aber wirklich ausschlaggebend ist sie ja noch nicht. Sie ist mehr als Kontrolle für uns selbst gedacht. Morgen erfahren wir dann auch gleich die Ergebnisse..ich bin trotzdem gespannt..Ansonsten kann ich mich eigentlich nich wirklich beklagen, ich werde hier gut gepflegt :) Gestern wurde mir ein Magnum-Eis gebracht (man soll ja bekanntlich Eis essen, wenn man Halsschmerzen hat ;) ). Außerdem wurde mir eine Tofu-Spinat-Suppe und ein Tee gekocht :) und ich habe einen Gute-Nacht-Film auf meinen Mac gezogen bekommen..Ihr seht, ich kann mich nich wirklich beklagen..
In der letzten Woche ist eigentlich nich viel für euch Spannendes passiert..viel gelernt oder versucht zu lernen, über die unreinlichen Asiaten mit Ludwig, meinem Mitbewohner hier im 10. Stock aufgeregt und ja das Übliche... Alles in allem verging die letzte Woche viel schneller als die erste. Ich weiß nich, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist..man sagt ja immer, desto schneller die Zeit vergeht, um so schöner war es..hmm..
Naja am Wochenende ging dann wieder die Party in Wageningen, "the City of Life Sciences", hier auch gern genannt als "City of Party Sciences", ab. So haben wir den Geburtstag von einem Mitsprachkursler ;) gefeiert. Das Ganze fand im Droevendaal, eine Studentenwohn-Kolonie, die meiner Meinung nach sehr ranzig ist, statt. Dort wohnen so vorsichtig ausgedrückt die Alternativen.. Es war nicht schlecht, muss ich sagen, nur anders.. wenn ihr versteht, aber ich denke, ihr könnt euch das nich so vorstellen..Naja jedenfalls tippelte die kleine Jenny mit ihren schwarzen Lackballarinas dort in der Gegend rum zwischen Müll, seltsamen Gegenständen, die man entweder gefunden oder geklaut hat ( das macht man ja so als Student ) und Gras, was grad geerntet wurde und nun zum Trocknen aufgehängt wurde..ja war lustig... :) Ja, generell haben der Safak, ein eher nich so alternativer Türke (zum Glück ^^) und ich heraus gefunden, dass es einfach nur eine Antwort auf die ganzen aufkommenden Fragen, wenn man sich ein Studentenleben so anschaut, gibt: "Das ist halt so, wir sind halt Studenten."
Da macht man halt Obst-Pizza, das ist halt so, als Student macht man eben seltsame Sachen... Jaaaa...auch wenn eine Salami-Pizza jetzt der Traum aller Anwesenden wäre, weil die Obst-Pizza zum Kotzen schmeckt, nein man macht eben seltsame Dinge, weil man Student ist..
Auch wenn man nich satt wird, lustig ist es hier in Wageningen auf jeden Fall..
Ach Mensch, fast hätte ich das Highlight der Woche vergessen zu erzählen..
Am Samstag wurde wieder ein Ausflug vom Sprachkurs aus organisiert. Wir sind auf den Universität-Bauernhof gefahren (was auch sonst hier in diesem Dorf) und haben mitunter Kühe mit Löchern gesehen. Diese tolle Life-Science-Uni erlaubt es ihren Studenten nämlich Löcher in Kühe zu machen, damit sie genau untersuchen können, wie welche Art von Futter wie verdaut wird..ja das war selbst ein neuer Anblick für die Dorf-Kinder aus unserem Sprachkurs..
Ein bisschen merkwürdig is Wageningen also schon, aber lustig...

Vele Groetjes

Dienstag, 21. Juli 2009

Endlich habe ich es geschafft...

Nach ewigen Auseinandersetzungen mit meinem Mac habe ich es nun doch endlich geschafft diesen Blog für euch zu erstellen. Svenja, ich hoffe, du bist an dieser Stelle stolz auf mich ;)
Aber vor allem, meine Lieben, habe ich es geschafft, schon über eine Woche in dem Land, in dem man einfach alles frittiert und es beinahe mehr Fahrräder als Menschen gibt, zu überleben. Und ich kann euch sagen, es war sogar bisher eine echt schöne, aufregende und auch anstrengende aber vor allem lustige Zeit hier in Nederland. So dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll :) Vielleicht einfach mal von ganz von vorn.. Als ich am Mo, d. 13.07. nach fünfmaligem Umsteigen und einigen Bekanntschaften endlich an dem süßen Bahnhof "Ede-Wageningen" angekommen bin, krepelte ich so mit meinem Koffer dahin. Als ich dann dank einem netten Busfahrer in meinem "Dorf" Wageningen ankam, machte ich die wichtigste Begegnung überhaupt. ;) Ich habe Max kennengelernt und seitdem bin ihn auch nicht mehr los geworden. Keine Sorge, er begehrt das andere Ufer ;) Und so sind wir beide mit unseren Koffern, wir waren natürlich die einzigen Deppen, in den Hörsaal gewandert. Geflasht vom Niederländisch wurden wir dann in 4 Gruppen eingeteilt-Max und ich natürlich zusammen. Und seitdem versucht der liebe Marco van Doorn uns die lustigste Sprache überhaupt näher zu bringen. Ihr könnt euch das nicht vorstellen, aber ich habe noch nie so viel im Unterricht lachen müssen wie hier...vielleicht liegt das aber auch an meinem Sitzpartner Max ;)
Ansonsten zur Uni ist zu sagen, dass sie sehr modern gebaut ist und ich mich von Anfang an wohl gefühlt habe, obwohl hier alles ein wenig anders als in Deutschland ist (Das Header-Bild ist übrigens das Forum, in dem ich den language course habe). Ja nun zu dem nicht ganz so tollen Part, meine Wohnung..
Also, damit ihr euch das erstmal bildlich vorstellen könnt, muss ich das etwas detaillierter beschreiben (ich habe nämlich mein Kamera-Ladegerät vergessen). Ich wohne in einem Studentenwohnheim, was 17 Etagen hat, auf jeder Etage gibt es jeweils drei Korridore (dabei wird übrigens unterschieden in international und national, also die Ausländer werden hier schön von den Holländern getrennt) und jeder Korridor hat 10 Zimmer.Das lustige ist auch, dass man auf einem kleinen Balkon auf jeder Etage einmal um das Haus laufen kann. Da kann schnell mal rüber huschen, was praktisch is, andererseits auch ne Verlockung für Diebe, da man ja an jedem Zimmerfenster vorbei laufen kann und hinein gucken kann. Naja so viel dazu..auf jeden Fall teilen die Bewohner der 10 Zimmer auf einem Floor sich dann eben Bad und Küche. Ich denke, mehr brauch ich nich sagen, ihr könnt euch vorstellen, was los ist, wenn ca. 500 Studenten Tag und Nacht zusammen leben...das ist schlimmer als Calella :) aber lustig.. Naja wie auch immer, jedenfalls habe ich das Gefühl, ich habe den dreckigsten Floor erwischt. Denn meine 2 asiatischen Mitbewohner Rodger und Jimmy habens nich ganz so mit der Sauberkeit, aber Asia-Party mit ihrer ganzen Familie machen se gerne..Heute habe ich dann erstmal das Klo geputzt und mit allen Duftdingern ausgestattet, die ich gefunden habe. Dafür ist mein Zimmer eigentlich ganz schön.
Ansonsten sieht mein Tagesablauf eigentlich so aus, dass ich so gegen halb neun aufsteh' (meistens eigentlich erst um neun, auch wenn ich es mir jeden Abend vornehme früher aufzustehen ;)), mit dem Fahrrad zur Uni fahre..(ja, ich fahre Fahrrad, man glaubt es kaum, aber ohne Fahrrad stirbt man hier..). Nach der Uni sollte ich dann Hausaufgaben machen, die so ohne zu übertreiben immer um die 3 bis 4 Stunden dauern und abends wird eigentlich immer was gemacht. Entweder wird zusammen gekocht, am Rhein gechillt oder zusammen "gelernt". Heute gab es in der 8c bei der Anne "snitsel met kroketten en groente". Lekker zeg ik je ;) aber es werden auch von den Sprachkursleitern Events organisiert, zum Beispiel waren wir letzten Donnerstag alle Billard spielen, was mir ja sooo liegt...oder am Samstag, da haben wir dem "International Club" (eine süße Dorfdisco) einen Besuch abgestattet..ansonsten sind wirklich alle echt nett und ich versteh mich echt sehr gut mit einigen, und das nach so kurzer Zeit..
Auch mein neues Zuhause, Wageningen ist zwar echt eine krasse Umstellung zu Berlin, aber echt n süßes Städtchen und so'n bisschen Landluft hat ja noch niemandem geschadet ;) ...nur an die vielen Insekten muss ich mich noch gewöhnen..naja eigentlich noch an viele Sachen, aber die Herausforderung nehm ich auch an... :)

Ich denk an euch, eure Jenny